Eigener Zähler war noch nie nötig, aber manche Installationen waren so einfacher (z.B. 2x 32A Zähler statt 1x63A Zähler oder sogar Wandlermessung). Bei ner normalen Wohnung würde ich das nicht sehen, eher bei nem großen Haus mit Durchlauferhitzer, Pool usw. Wenn Wallbox Verkabelung schon vorbereitet ist, ist sicher die Elektroverkabelung auch relativ modern, sodass ich da jetzt nicht von Überlastungsproblemen zwischen Wohnungszähler und Wallbox ausgehen würde.
Deshalb ist das wahrscheinlich eine >2 Jahre alte Wallbox, für die ein Spezialtarif gem. §14a EnWg mit Pflicht zum extra Zähler abgeschlossen wurde. Das ist aber seit 2024 nicht mehr notwendig. Da wurde der §14a neu aufgelegt und jetzt nimmt jede Wallbox automatisch an der Steuerung durch den Netzbetreiber Teil. Dafür gibt es mit Modul 1 und optional Modul 3 einen Rabatt auf die ganz normale Stromrechnung. Alternativ kann man freiwillig von Modul 1/3 auf Modul 2 mit extra Zähler wechseln und dann gibt es den Rabatt ausschließlich für die Wallboxen (und Wärmepumpen) an diesem Zähler. „Normale“ Stromverbraucher dürfen diesen verbilligten Strom dann nicht nutzen. Deshalb lohnt sich meistens Modul 1/3 und das ist auch fast immer einfacher umzusetzen.
Spezialtarife sind für Wallboxen ab 2024 auch nicht mehr möglich, allerdings haben manche Anbieter Klauseln drin, den 14a Rabatt nicht weiterzugeben. 1-2-3 Strom ist da negativ aufgefallen. Tibber und Octopus liest man häufiger positiv.
Kosten für die Installation sind immer unterschiedlich, aber die genannten wenigen Tausend Euro für das Lastmanagement und ein paar hundert Euro pro Wallbox abklemmen klingen richtig.
Beim Lastmanagement müsst ihr drauf achten, wie kompatibel das mit der bereits installierten und der zukünftigen Wallbox. Es gibt nur wenige, die viele Hersteller unterstützen. Ein günstiges Beispiel wäre cFos, ist aber komplexer in der Einrichtung.
Möglicherweise lohnt auch ein System bei dem jeder Stellplatz bereits mit einer „Dummy-Wallbox“ versehen wird, also nochmal erweiterte Vorrüstung. Sowas gibt es z.B. bei Easee als „Easee Ready“ und das ist dann besonders interessant für Mieter oder Eigentümer, die noch auf Wasserstoff warten. Hält Kosten heute niedrig, ermöglicht aber günstiges nachrüsten in der Zukunft.
Günstige Ein-Hersteller Lösungen gibt es von goe, Keba und anderen.
Edit: Achso, Lastmanagement ist schon da. Was steht denn da auf den Geräten? Das ist entscheidend dafür, welche Wallbox du brauchst. Je nach System macht das nicht jeder Elektriker und das kann es teurer machen.