Nachdem ich hier vor der Auslieferung ja schon einiges geschrieben und vermutlich auch die eine oder andere Frage zu viel gestellt habe đ , wird es langsam Zeit fĂŒr einen ersten richtigen Erfahrungsbericht.
Am 30.07.2026 war es endlich soweit und ich konnte meinen CLA 250+ mit EQ Technologie in Rastatt ĂŒbernehmen. Inzwischen stehen 2.167 km auf dem Tacho. FĂŒr gut 2,5 Wochen ist also schon einiges zusammengekommen. FĂŒr mich ist es auĂerdem das erste Elektroauto â davor bin ich zuletzt einen Audi A3 gefahren.
Die Abholung in Rastatt
Die Werksabholung war fĂŒr mich definitiv der richtige Start. Bei der Ăbergabe war der Wagen zum GlĂŒck geladen, denn anschlieĂend ging es direkt auf eine lĂ€ngere erste Fahrt. Und die hatte es temperaturmĂ€Ăig gleich in sich: bis zu 42 Grad auf der Heimfahrt â und dazu auf Winterreifen. đ Wenn man zum ersten Mal Elektro fĂ€hrt, könnte man sich angenehmere Bedingungen aussuchen. Im Nachhinein war es aber gleich ein ziemlich guter HĂ€rtetest.
Nach 2.167 km: Das Auto selbst begeistert mich weiterhin!
Das Wichtigste zuerst: Ich bereue die Entscheidung bisher ĂŒberhaupt nicht. Die Ruhe, die unmittelbare Leistungsentfaltung und gleichzeitig dieses entspannte Dahingleiten passen fĂŒr mich extrem gut zum CLA.
Auch wenn der 250+ keine AMG-Version mit absurd viel Leistung ist, fehlt mir im Alltag wirklich nichts.
Was ich inzwischen ebenfalls sehr mag, ist die Rekuperation. Nach etwas Herumprobieren nutze ich inzwischen sehr gerne den automatischen Rekuperationsmodus D+ und lasse das Auto ziemlich viel selbst machen. Gerade in der Stadt funktioniert das erstaunlich intuitiv.
Verbrauch und Reichweite â eine der gröĂten Ăberraschungen
Bei 1.829 km hatte ich folgenden Zwischenstand:
1.829 km / 40:06 h / Ă 45 km/h / 16,2 kWh/100 km
Und das war keineswegs nur gemĂŒtliches Herumrollen. Wo es ging, ging es sportlich vom Fleck. đ
Mein CLA wurde in Rastatt fĂ€lschlicherweise auf den WinterrĂ€dern ausgeliefert, obwohl die bestellten AMG-SommerrĂ€der vorgesehen waren. Das wurde diese Woche korrigiert. Seitdem steht er endlich so da, wie er von Anfang an hĂ€tte dastehen sollen. Jetzt fahre ich Goodyear Eagle F1 mit Mischbereifung â 225 vorne und 255 hinten â und habe nach dem Wechsel den Langzeitverbrauch zurĂŒckgesetzt.
Ich bin gespannt, wie sich das langfristig auswirkt. GrundsĂ€tzlich bin ich mit der Effizienz des 250+ bisher wirklich zufrieden â vor allem, weil ich nicht permanent versuche, Verbrauchsrekorde aufzustellen. BleifuĂ lĂ€sst grĂŒĂen. đ Auch die Reichweitenanzeige scheint sich inzwischen ganz gut auf mein Fahrprofil eingeschossen zu haben.
Laden â fĂŒr einen Elektro-Neuling erstaunlich unspektakulĂ€r
Vor dem Auto war Laden eines meiner gröĂten Fragezeichen. In der Praxis finde ich es wesentlich unkomplizierter als erwartet. Ich habe inzwischen unterschiedliche Anbieter und Ladepunkte ausprobiert, AC und DC geladen und mit verschiedenen Ladekarten experimentiert.
Zuletzt wollte ich unbedingt einmal einen Mercedes-Benz Charging Hub ausprobieren und habe dort bewusst ĂŒber MB.CHARGE Public geladen â nicht weil ich dort kĂŒnftig stĂ€ndig laden werde, sondern einfach um es einmal getestet zu haben.
Und ja: Das Ambiente mit den Mercedes-LadesĂ€ulen und dem eigenen CLA davor macht fĂŒr einen CLA-Nerd natĂŒrlich schon etwas her. đ
Was mich aber besonders beeindruckt, ist die DC-Ladeperformance. Wenn Batterie und Bedingungen passen, sind die Ladestopps wirklich kurz. Das war einer der Punkte, bei denen ich vorher deutlich skeptischer war. FĂŒr mich ist das alte Totschlagargument âReichweite und Ladedauerâ inzwischen ziemlich ĂŒberholt â bin also voll und ganz elektrifiziert. đ
MBUX/MBOS â genial und gleichzeitig manchmal zum Haare raufen
Das gesamte System finde ich grundsÀtzlich richtig gut. Darstellung, Geschwindigkeit, Navigation, Integration ins Fahrzeug und die Möglichkeiten von MBOS sind schon beeindruckend. Gleichzeitig merkt man, wie viel Software inzwischen in einem Auto steckt.
Ein Thema, mit dem ich mich mehr beschĂ€ftigt habe als gedacht, war ausgerechnet Musik. Anfangs bin ich mit Apple Music ĂŒber Wireless CarPlay gefahren. Komfortabel: einsteigen, CarPlay verbindet sich und die Musik lĂ€uft weiter. Mit dem zusĂ€tzlichen Akkuverbrauch des iPhones war ich allerdings nicht glĂŒcklich. Gerade weil das Auto selbst eigentlich alles mitbringt, wollte ich nicht dauerhaft CarPlay nur fĂŒr Musik laufen lassen.
Zwischendurch habe ich die native TIDAL-App ausprobiert, die mich aber nicht ĂŒberzeugt hat. Teilweise erschien âZum Starten bitte App öffnenâ, und Playlists starteten teilweise wieder bei Titel 1. Inzwischen bin ich deshalb zu Spotify gewechselt und nutze Spotify nativ im MBUX/MBOS. Das iPhone kann in der Tasche bleiben und CarPlay muss nicht permanent nur fĂŒr Musik und Baustellenwarner im Hintergrund laufen.
Schon etwas verrĂŒckt, wie viele Gedanken man sich bei einem Auto plötzlich darĂŒber macht, ĂŒber welchen Weg Musik abgespielt wird. đ
Assistenzsysteme
Auch daran musste ich mich erst gewöhnen. Inzwischen möchte ich einiges davon aber nicht mehr missen. Gerade auf lĂ€ngeren Autobahnfahrten ist es angenehm, wenn Abstand, Geschwindigkeit und SpurfĂŒhrung zusammenspielen.
Phantombremsungen hatte ich bisher keine. Der CLA ist allerdings teilweise schon sehr vorsichtig. In der Stadt erkennt er beispielsweise gerne mal ein parkendes Auto als mögliches Hindernis und reagiert frĂŒh. Das ist mir aber immer noch lieber als die andere Richtung. đ
Luft nach oben sehe ich bei der Verkehrszeichenerkennung, sobald es komplizierter wird. Ein normales Tempolimit funktioniert sehr gut. Kommt aber ein halber Schilderwald mit Zusatzzeichen dazu, wird es schwieriger. 30 km/h nur zu bestimmten Uhrzeiten, vielleicht noch kombiniert mit einer anderen Regelung fĂŒr LKW â dann bleibt im Zweifel einfach 30 km/h ĂŒbrig. Auch âMontagâFreitagâ wird offenbar nicht zuverlĂ€ssig berĂŒcksichtigt, sodass er auch sonntags gerne 30 fahren wĂŒrde.
Deshalb habe ich â wie einige andere hier â die automatische Geschwindigkeitsanpassung deaktiviert. Die erkannte Geschwindigkeit wird weiterhin angezeigt, aber ich entscheide selbst, ob ich sie ĂŒbernehme.
Abgesehen davon finde ich die Assistenzsysteme wirklich gut. SpurfĂŒhrung, Abstand und Zusammenspiel funktionieren angenehm und insgesamt deutlich ausgereifter als das, was ich bisher aus meinem Audi kannte. NatĂŒrlich gibt es trotzdem Momente mit: âDanke Mercedes, aber DAS hĂ€tte ich jetzt auch noch alleine geschafft.â đ
Standard-Soundsystem â besser als befĂŒrchtet
Ăber das Soundsystem hatte ich vor der Auslieferung ziemlich viel nachgedacht. Ich habe kein Burmester bestellt und war gespannt, ob ich mich hinterher Ă€rgere. Bislang: eigentlich nicht.
Das Standardsystem ist fĂŒr meine Nutzung absolut brauchbar und klingt besser, als ich nach manchen Diskussionen erwartet hatte. Mit den Audiofield-Einstellungen und dem Fokus lĂ€sst sich auĂerdem noch etwas spielen. WĂŒrde ich Burmester heute nehmen? Vielleicht wĂŒrde ich lĂ€nger darĂŒber nachdenken. Aber das Standardsystem nimmt mir definitiv nicht den SpaĂ am Auto.
Es ist aber nicht alles perfekt âŠ
Damit kommen wir zu meinem momentan interessantesten kleinen Mysterium. đ
Eine Fehlermeldung, die einige vielleicht noch von meinem Beitrag direkt nach der Abholung kennen, begleitet mich weiterhin. Das erste Mal kam sie bereits auf der Heimfahrt von Rastatt nach ungefĂ€hr 200 km. Damals dachte ich zunĂ€chst, sie könnte mit MB.CHARGE Public bzw. einem Ladevorgang zusammenhĂ€ngen. Inzwischen kann ich das ziemlich sicher ausschlieĂen.
Die gleiche Meldung ist seit der Ăbernahme mittlerweile dreimal aufgetaucht â zuletzt gestern. Eine AbhĂ€ngigkeit vom Laden konnte ich bisher nicht feststellen. AuffĂ€llig war bei allen drei Situationen: AuĂentemperaturen ĂŒber 35 Grad, das Auto hatte lĂ€ngere Zeit in direkter Sonne gestanden und der Akku war jeweils relativ voll, mindestens ungefĂ€hr 75 %.
Ob das tatsĂ€chlich zusammenhĂ€ngt, weiĂ ich natĂŒrlich nicht. Drei Ereignisse sind dafĂŒr etwas wenig und es kann genauso gut Zufall sein. Aber zumindest zeichnet sich fĂŒr mich langsam ein Muster ab, das ich weiter beobachten werde.
Und schlieĂlich muss man die Sache positiv sehen: Vielleicht ist genau diese Fehlermeldung mein Ticket fĂŒr einen Werkstattbesuch â und damit meine Chance, endlich an MBOS 2.1 zu kommen. đ
Fortsetzung folgt âŠ
Mein Fazit nach 2,5 Wochen
Der gröĂte Unterschied zu meinem alten Auto ist fĂŒr mich inzwischen gar nicht mehr nur âVerbrenner gegen Elektroâ. Es ist das gesamte Paket.
Ich steige ein, das Auto erkennt mich, Navigation und Online-Dienste sind direkt da, das Head-up-Display liefert die wichtigsten Informationen, die Assistenzsysteme ĂŒbernehmen auf der Autobahn einen Teil der Arbeit und gleichzeitig fĂ€hrt das Ding leise, souverĂ€n und â wenn ich will â sehr sportlich um die Kurve. Love it!
NatĂŒrlich entdecke ich immer wieder irgendeine Einstellung, Funktion oder auch einen kleinen Bug, ĂŒber den ich anschlieĂend hier im Forum nachlesen oder einen Thread eröffnen kann. đ Aber genau das macht das Auto momentan auch interessant.
Nach 2.167 km in gut 2,5 Wochen kann ich jedenfalls sagen: Die anfĂ€ngliche Begeisterung ist nicht verschwunden. Im Gegenteil â mittlerweile kenne ich das Auto besser und freue mich trotzdem jedes Mal darauf, damit zu fahren.
Ein paar Dinge mĂŒssen softwareseitig meiner Meinung nach noch reifen und mein kleines Hitze-/SoC-Mysterium werde ich weiter beobachten. Aber wenn mich heute jemand fragen wĂŒrde, ob ich den CLA 250+ wieder nehmen wĂŒrde:
Ja. Ohne groĂ nachzudenken.
Mal schauen, wie das Ganze nach 5.000 oder 10.000 km aussieht. đ
Und vielleicht schreibe ich das nĂ€chste Update dann schon mit MBOS 2.1. Man darf ja trĂ€umen. đ