Beiträge von Martin

    Thermischer Schutz durch das BMS

    Hintergrund ist schon klar, wollte nur vermitteln, dass es neben der Auflaufbremse auch andere Gründe gibt, warum man nicht alles zurück gewinnen kann - das hätte ich vielleicht anders formulieren sollen. :)

    Die Frage ist halt bei Anhängern mit Auflaufbremse, wie die Rekuperation einstellen?

    Leicht, intelligent oder vielleicht sogar gar keine?


    Für die Zukunft hoffe ich auf Gespanne die so etwas automatisiert optimieren, so dass kinetische Energie nicht unnötig mit der Bremse des Hängers verschwendet wird.

    Womöglich gibts ja dann auch Hänger die ihrerseits rekuperieren können.


    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Auto die Rekuperation in moderatem Gefälle ganz gut automatisch hinbekommt. Ich glaube sogar bemerkt zu haben, dass es nach einer stärkeren Bremsung das Gespann wieder automatisch streckt und die Auflaufbremse damit löst. Ist aber sehr subtil (Leistungsanzeige zuckt kurz). Könnte aber auch sein, dass es an der Topologie lag. Von daher gebt mal lieber nicht zu viel auf die Aussage.

    Die Automatik kommt in dem Moment an die Grenze, an der durch starkes Gefälle die Physik Oberhand gewinnt und der Anhänger zwangsweise in die Auflaufbremse lauft. In dem Moment kann auch eine Automatik nicht viel machen und ich verlasse mich lieber auf meinen Fuss, Gefühl und Ohr (meine Bremse quietscht gerne ;) ).


    Für ein E-Auto würde ich mir eine deutlich später wirkende Auflaufbremse wünschen. Das ist aber sicher rechtlich nicht leicht umsetzbar und bringt dann neue Gefahren bei Nässe und Glätte...


    Vielleicht noch ein weiterer Hinweis: nach wenigen Kilometern bergab wird die maximale Rekuperationaleistung deutlich reduziert, teilweise auf deutlich weniger als 50%!

    Ein kleines Update:

    Habe den Wohnwagen vor ein paar Tagen über den Predil-Pass gezogen (700 hm rauf und runter, teilweise bis 13% Gefälle). Hier hat sich der CLA tatsächlich etwas verrechnet, wir haben letzen Endes über den Pass hinweg ca 4%-Punkte mehr verbraucht als vom Fahrzeug geschätzt.

    Höchstwahrscheinlich weil der Wohnwagen (1,75to) aufgrund des Gefälles permanent in die Auflaufbremse läuft.

    Ist für die Umstände immernoch super, aber interessant ist, dass ABRP mit einem Prozentpunkt Abweichung nochmal genauer war.


    Beeindruckend war der Verbrauch von "nur" 26 kWh. Die Rekuperation war also trotz allem sehr ordentlich.

    Wir lernen daraus: Höhenmeter sind unkritischer als das Tempo auf der Autobahn! 😜

    Hallo zusammen,

    ich wollte mal meine Erfahrungen zum Thema „E-Auto als Zugfahrzeug“ teilen, da man hierzu ja doch immer wieder skeptische Stimmen hört. Wir haben jetzt die Probe aufs Exempel gemacht: Rund 700 km aus dem Südwesten bis nach Slowenien – am Haken ein 1,75-Tonnen-Wohnwagen, also schon ein etwas größeres Kaliber.


    Hier ein paar Eckdaten und mein Fazit zu der Tour:

    - Zugfahrzeug: CLA EQ 350 4MATIC (nicht unbedingt die absolute Spar-Ausführung: AMG-Paket, Sportreifen...).


    - Geschwindigkeit: Tempomat starr auf 95 km/h. Wenn sich die Gelegenheit bot, haben wir uns auch mal in den Windschatten eines schnelleren Busses gehängt.


    - Fahrgefühl: Ich bin mit Verbrenner eher mit 105 km/h unterwegs gewesen, muss aber sagen: Das Reisen mit dem Setup war extrem entspannt. Vor allem der flüsterleise Antrieb macht das Ganze selbst bei niedrigerem Tempo unheimlich angenehm.


    - Verbrauch: Je nach Topografie (und da waren auf dem Weg Richtung Slowenien ja ein paar Höhenmeter dabei) lag der Verbrauch zwischen 30 und 35 kWh/100 km. Damit sind also Abschnitte zwischen 200 und 250km bei vollem Akku realistisch.


    - Total begeistert bin ich von der Reichweitenberechnung bzw. geschätztem Akkustand bei Ankunft. Darauf kann man sich tatsächlich verlassen, sofern man nicht spontan seinen Fahrstil radikal ändert.


    - Ladestopps: Wir mussten auf den 700 km insgesamt nur zweimal nachladen. Wir haben die Stopps jeweils so gelegt, dass wir den Akku bis fast 100 % vollmachen konnten – einmal ausgiebig zum Abendessen und das zweite Mal während der Zwischenübernachtung. Da das Auto geladen hat, während wir sowieso Pause gemacht haben, gab es unterm Strich null zeitlichen Mehraufwand durch das Laden.

    Mein Fazit


    Das Thema Reichweitenangst wird im Gespannbetrieb oft heißer gekocht, als es ist. Wenn man die Ladestopps clever in den natürlichen Reiseablauf (Essen, Schlafen) integriert, funktioniert das absolut stressfrei. Für mich steht fest: Das Ganze ist auch mit einem größeren Wohnwagen absolut alltagstauglich!


    Viele Grüße,

    Martin