Danke für deinen Beitrag. Ich finde es bemerkenswert, dass du einerseits die Zuverlässigkeit der Assistenzsysteme lobst, andererseits aber direkt eine Situation schilderst, in der genau diese Technik dich fast in eine lebensgefährliche Lage gebracht hätte.
Ein Spurhalteassistent, der einen bei winterlichen Verhältnissen in den Gegenverkehr zu lenken versucht, ist alles andere als zuverlässig. Das ist ein massives Sicherheitsrisiko.
Wenn ein System nur unter idealen Bedingungen funktioniert und bei Wetteränderungen zur Gefahr wird, kann man kaum von Zuverlässigkeit sprechen. Ok, ich möchte damit kein allgemeines Bashing gegen Assistenzsysteme starten, aber meine eigenen Erfahrungen zeigen ähnliche Probleme. Mein Fahrzeug GLA/E-Klasse/A-Klasse hat schon mehrfach unwillkürlich starke Bremsungen durchgeführt, weil es eine Blumeninsel als akutes Hindernis erkannt hat. Die Schildererkennung arbeitet ebenfalls mäßig motiviert. In 30er Zonen brettert das Auto oftmals viel zu schnell durch, wenn ich nicht manuell eingreife. Hinzu kommt, dass das System gelegentlich die Geschwindigkeitsschilder auf der Rückseite von LKW fehlinterpretiert und dann eine kernige Bremsung einleitet.
Paradox, statt Entlastung entsteht dadurch eine zusätzliche mentale Belastung, weil man ständig kontrollieren muss, ob das System korrekt arbeitet oder gerade einen Fehler macht. Man sitzt quasi mit angezogener Handbremse im Kopf am Steuer und wartet darauf, eingreifen zu müssen.
Trotz dieser Schwächen möchte ich betonen, dass Assistenzsysteme grundsätzlich eine sinnvolle Entwicklung sind und in vielen Situationen tatsächlich unterstützen werden können. Die Technik befindet sich noch in der Entwicklung und wird mit jeder Generation besser. Wichtig aber, wir als Fahrerinnen und Fahrer sollten die Grenzen dieser Systeme kennen und wachsam bleiben.