Beiträge von Spacejet

    Ui wieder ne neue Version... aktuell kommt wohl ca. 1x pro Woche ne neue raus. Untätigkeit kann man den Programmierern wohl nicht vorwerfen.

    Wohl eher Panik! Ich arbeite auch in der Software Branche. Viele Updates bedeutet dass man gehetzt wird von fehlerhaftem Code. Das macht man nicht freiwillig. Das ist kein gutes Zeichen und birgt die Gefahr neuer Fehler. Ich hoffe sie bekommen das wieder in den Griff und können dann eher langfristig geplante und ausgiebig getestete Updates verteilen.

    Ich habe das jetzt schon mehrmals durchgemacht und folgendes gelernt:
    1. Die Werkstatt kann nichts dafür. Die Starten das Update welches viele Stunden lang dauert und öfter mal mit einer Fehlermeldung abbricht.
    2. Ob die Werkstatt das Update überhaupt machen darf wird zuerst bei Mercedes angefragt. Die Antwort kann schon ein paar Stunden dauern.
    3. Da das Update immer viele Stunden dauert starten sie das Update gerne Abends und lassen es über Nacht laufen. Dann belegt das Auto nicht den ganzen Tag einen Arbeitsplatz.
    4. Wenn das Update nicht klappt wird der Fehler an Mercedes gesendet und auf eine Antwort gewartet.
    5. Erst nach der Reaktion von Mercedes wird dann am Abend wieder das Update gestartet.

    Ich habe auch schon mal eine Woche gewartet bis sie es geschafft haben das Update aufzuspielen. Beim letzten Mal haben Sie das Update aufgespielt bekommen (das Auto war nur 2 Tage in der Werkstatt). Die Fehler wurden aber dadurch nicht gelöst. Jetzt ist dann Mercedes als Hersteller wieder an der Reihe und in ein paar Wochen oder Monaten gibt es einen neuen Anlauf.

    Kleiner Tipp. In der App kann man die Position des Fahrzeuges abfragen. Wenn das Fahrzeug noch in der Werkstatthalle steht sind sie noch dran (man braucht nicht nachfragen). Wenn das Fahrzeug wieder auf dem Parkplatz steht hat es geklappt oder sie haben (vorübergehend) aufgegeben. Dann kann man mal Nachfragen was los ist.

    Mercedes sollte in der App die Möglichkeit einbauen dass man Fehler einfach melden kann. Dann muß man nicht seinen Frust in Foren ablassen sondern kann direkt zur Quelle schreiben. Ferner besteht dann die Möglichkeit dass Mercedes aus den Fehlern schneller lernt. Zusätzlich hätten sie das betroffene Fahrzeug mit den Daten wie Softwareversion mit dem Fehler verknüpft. Bei anderen etablierten Elektroautoherstellern (T....) gibt es diese Möglichkeit. Ich bin 10 Jahre eine andere Marke gefahren und war nur 3 mal für wenige Stunden in der Werkstatt. Alle Softwareupdates gingen OTA! Ich habe dann gelernt dass es besser ist nicht als erstes die Softwareupdates zu bekommen (konnte man Einstellen im Menü). Seit Oktober fahre ich jetzt den CLA und das Auto war schon 3 Wochen in der Werkstatt. Die Fehlerliste ist sehr lang und es werden nicht weniger sondern alte Fehler verschwinden und neue tauchen auf.

    Ich habe kein gutes Gefühl bei der Sache. Zum Ausfall des Matrix LED kam noch eine Fehlermeldung "Bremslicht rechts!". Ich habe dann angehalten und festgestellt dass das Bremslicht normal funktioniert. Vielleicht nur ein einmaliger Ausfall oder eine falsche Fehlermeldung. Ich bereue das Update schon. Wenn ich jemals wieder ein einigermaßen funktionierendes Auto bekommen sollte (meine Ansprüche sind nicht hoch da ich die Fahr-Assistenten sowieso nicht nutze) werde ich keine Updates mehr machen. Frei nach dem Moto "Never Change a Running System"

    Zur Serienausstattung gehört der Brems Assistent. Der führt Vollbremsungen bis in den Stillstand aus, wenn der Fahrer nicht reagiert und ohne Reaktion des Fahrers oder des anderen Fahrzeugs eine Kollision nicht zu verhindern ist.

    Bei mir war definitiv nicht die Situation "dass eine Kollision nicht zu verhindern ist". Bei mir war das die Situation einer völlig unnötigen, nicht gerechtfertigter und völlig unerwarteten Vollbremsung. Das halte ich für einen gravierenden Systemfehler!

    Hier noch ein paar statische Daten zum Thema.

    Es gibt in Deutschland pro Jahr ca. 2.500.000 Verkehrsunfälle in Deutschland mit ca. 2800 Verkehrstote.

    Mercedes hat einen Markanteil von ca. 10% was bedeutet dass es mit Mercedes ca. 250.000 Verkehrsunfälle gibt mit ca. 280 Verkehrstote pro Jahr.
    Was passiert jetzt durch den Einsatz solcher Assistenten. Wenn wir mal annehmen dass bei 10 durch den Assistenten gemachten Vollbremsungen ein Unfall verhindert wird und dass bei 10 solcher Unfälle ein Menschenleben gerettet wird.


    Das heißt bei 100 Vollbremsungen wird ein Menschenleben gerettet.


    Nehmen wir weiter an dass sich die Anzahl der Unfälle durch die Assistenten um 10% steigern lassen würde, wäre die folgende Rechnung wie folgt: Es gäbe dann 25.000 Unfälle mehr pro Jahr mit einem Mercedes.
    -> Dann könnte man theoretisch 250 der 280 Verkehrstoten mit Mercedes retten.
    -> Wenn man pro Auffahrunfall einen Schaden am Auto von ca. 10.000 Euro annimmt dann sind das nicht weniger als 250 Millionen Euros die es in die Kassen der Autohäuser und des Herstellers spülen würde.

    Man könnte durch noch empfindlichere Assistenten sicherlich auch noch weiter an der Schraube drehen und den Umsatz pro Jahr um weitere 250 Millionen Euros steigern. Die Anzahl der geretten wird sich aber nicht weiter steigern lassen.

    Da die Werkstätten tendenziell durch Elektroautos weniger Geschäft haben, könnte es sein dass jemand auf die Idee kommt an dieser Schraube zu drehen. Es rettet ja Menschenleben (zumindest anfangs).

    Ich bin mir nicht sicher ob mir dieses Szenario gefällt oder nicht.


    Ich kann dir aber sagen, dass in meinem MG4 die Phantombremsungen teilweise noch sehr viel schlimmer sind (Starke Bremsung nur weil Fahrzeuge rechts geparkt sind)

    Das beruhigt mich nicht sonderlich. Bei Mercedes eine Beschwerde einzureichen habe ich bei meinen Tunnelerlebnissen bereits versucht. Die wollen keine Fehlermeldungen hören oder haben bereits mehr als genug davon gehört. Das wäre absolute Zeitverschwendung.

    Ich habe auch einige Anfangsschwierigkeiten gehabt mich an die Geräuschkulisse zu gewöhnen. Nach ein paar Monaten geht das dann aber. Die genannten Geräusche habe ich allerdings alle nicht. Da würde ich auch die Werkstatt aufsuchen. Am besten die einzelnen Punkte schriftlich per Mail an die Werkstatt. Dann kommt gleich ein anderer Schwung in die Fehlerbehebung als wenn man nur mündlich mit dem Werkstattmeister die Sachen durchgeht.